.

Kirchengesetz über den Dienst der Lektoren

vom 6. November 1969 in der Fassung der Neubekanntmachung vom 11. Mai 1993

KABl. 1993 S. 61

Änderungen

Lfd. Nr.
Änderndes Recht
Datum
Fundstelle
1
Beschluss
27. November 2012
#
Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat am 6. November 1969 in Hofgeismar das folgende Kirchengesetz beschlossen:
#

I. Lektoren

###

§ 1

In der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck können geeignete Gemeindeglieder mit dem Dienst eines Lektors beauftragt werden.
#

§ 2

Der Lektor muss die Voraussetzungen für die Wählbarkeit zum Kirchenvorstand erfüllen.
#

§ 3

( 1 ) Der Lektor muss fähig sein, sich Predigten, Gebete und Schriftlesungen inhaltlich anzueignen und sie sachgemäß und deutlich vorzutragen.
( 2 ) 1 Der Lektor nimmt vor seiner Berufung an einem Ausbildungskurs des Landeskirchenamtes teil. 2 Der Bischof kann Ausnahmen zulassen.
#

§ 4

( 1 ) Der Lektor wird vom Bischof auf Vorschlag des Kirchenvorstandes und im Benehmen mit dem Dekan berufen; der Kirchenvorstand holt vor seiner Beschlussfassung die Stellungnahme des Leiters des Ausbildungskurses ein.
( 2 ) 1 Der Lektor erhält eine Urkunde. 2 Die Berufung wird im Kirchlichen Amtsblatt veröffentlicht.
( 3 ) Der Lektor wird in einem Gemeindegottesdienst eingeführt.
#

§ 5

1 Der Bischof kann die Berufung nach Anhörung des Dekans und des Kirchenvorstandes widerrufen. 2 Der Widerruf ist zu begründen.
#

§ 6

( 1 ) Der Dienst des Lektors regelt sich nach den örtlichen Gegebenheiten.
( 2 ) 1 Der Lektor übernimmt in der Kirchengemeinde oder im Kirchspiel den ihm turnusmäßig oder im Einzelfall übertragenen Gottesdienst. 2 Er kann im Bedarfsfall Dienste in anderen Gemeinden übernehmen.
( 3 ) Der Lektor kann im Gottesdienst mit dem Pfarrer in Verkündigung und Gebet und bei der Austeilung des Abendmahls zusammenwirken.
#

§ 7

( 1 ) Der Lektor übt seinen Dienst gemäß dem Bekenntnis der Kirche und im Rahmen der gemeindlichen Ordnung aus.
( 2 ) Er hält die Lesepredigt nach den von der Landeskirche herausgegebenen oder von seinem Gemeindepfarrer gebilligten Vorlagen.
( 3 ) Er trägt eine seinem Dienst angemessene Kleidung.
#

§ 8

1 Der Lektorendienst ist ehrenamtlich. 2 Fahrtkosten und aus dem Dienst entstandene Auslagen werden erstattet. 3 Anstelle der Einzelauslagen kann eine Auslagenpauschale gewährt werden, deren Höhe das Landeskirchenamt festsetzt.
#

§ 9

Der Lektor nimmt zu seiner Fortbildung an Kursen und Seminaren teil, die das Landeskirchenamt in Verbindung mit den Pröpsten und Dekanen durchführt.
#

§ 10

1 Pfarrer und Lektoren sollen vertrauensvoll zusammenarbeiten und regelmäßig Fragen des Lektorendienstes besprechen. 2 Der Lektor ist für die Führung seines Amtes dem Kirchenvorstand verantwortlich. 3 Der Dekan soll die Lektoren seines Kirchenkreises regelmäßig zu Besprechungen einladen.
#

II. Übergangs- und Schlussbestimmungen

###

§ 11

Für Lektoren, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes bereits in diesen Dienst berufen worden sind, bedarf es keiner neuen Berufung.
#

§ 12

1 Dieses Kirchengesetz tritt am 1. Januar 1970 in Kraft. 2 Gleichzeitig tritt die Verordnung über den Dienst der Lektoren vom 3. September 1963 (KABl. S. 37) mit Ausnahme von § 41# außer Kraft.

#
1 ↑ § 4 der VO vom 3. September 1963 (KABl. S. 37) hat folgenden Wortlaut:“In besonderen Ausnahmefällen kann der Bischof einen Predigtauftrag erteilen, der das Halten selbstverfasster Predigten umfasst.”