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Geltungszeitraum von: 22.03.1982

Geltungszeitraum bis: 31.03.2013

Richtlinien für die Psychologischen Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensfragen im Bereich der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

vom 22. März 1982

KABl. S. 57

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Das Landeskirchenamt hat folgende Richtlinien erlassen:
  1. 1 Die Psychologischen Beratungsstellen haben im Rahmen des Auftrages der Kirche, wie er in der Präambel der Grundordnung beschrieben ist, die Aufgabe, Hilfe in Ehe-, Erziehungs-, Familien- und Lebensfragen zu geben. 2 Die Beratungsstellen stehen allen Hilfesuchenden offen.
    3 Die Arbeit der Beratungsstellen geschieht im Einklang mit den Leitlinien für Psychologische Beratung in Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen im Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland und des Diakonischen Werkes. 4 Die Psychologischen Beratungsstellen haben regionale Einzugsgebiete.
    5 Die Psychologischen Beratungsstellen sind in ihrer Arbeit ihrem Rechtsträger gegenüber verantwortlich. 6 In fachlicher und methodischer Hinsicht arbeiten sie in eigener Verantwortung.
  2. 1 Die Leiter der Psychologischen Beratungsstellen im Bereich der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck werden von den Trägern im Einvernehmen mit dem Landeskirchenamt eingestellt. 2 Die weiteren hauptamtlichen Mitarbeiter werden von den Trägern auf Vorschlag des Leiters der Beratungsstelle eingestellt. 3 Folgt auch nach nochmaliger Ausschreibung keine Einigung, so sind die Träger an den Vorschlag des Leiters nicht gebunden.
    4 Für die Arbeitsverhältnisse gelten die Bestimmungen des BAT und seiner Änderungsverträge in der für die Angestellten der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck geltenden Fassung.
    5 Dienstvorgesetzter einer Psychologischen Beratungsstelle ist der jeweilige Vertreter des Rechtsträgers.
  3. 1 Die Beratungsarbeit wird von hauptamtlichen, nebenamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern durchgeführt, die durch eine spezifische Ausbildung für diese Tätigkeit qualifiziert sind.
    2 Kriterien für den Einsatz eines Mitarbeiters innerhalb der Beratungsstelle sind Qualifikationen, Berufserfahrung und Fortbildungsschwerpunkte.
  4. Jeder Psychologischen Beratungsstelle steht ein/e Leiter/in vor, der/die für ordnungsgemäßen Ablauf, Qualität und Umfang der in der Beratungsstelle geleisteten Arbeit zu sorgen hat.
  5. Zu den Pflichten und Aufgaben des Leiters einer Psychologischen Beratungsstelle gehören:
    1)
    1 Die fachliche Aufsicht; der Leiter ist in allen Angelegenheiten, die die Beratungsarbeit betreffen, weisungsbefugt. 2 Ihm obliegt die fachliche Entscheidung in Fragen der Aus-, Fort- und Weiterbildung innerhalb der gegebenen Möglichkeiten;
    2)
    Arbeitskonzeption; der Leiter erarbeitet mit dem Team die Arbeitskonzeption; er setzt die Aufgabenschwerpunkte und legt den Arbeitsplan fest;
    3)
    Jahresbericht; der Leiter erstattet einen schriftlichen Jahresbericht, der die geleistete Arbeit ausführlich darstellt.
  6. Die Leitung einer Beratungsstelle umfasst folgende weitere Funktionen:
    1)
    Gewährleistung von kontinuierlicher Teamarbeit und fachlichem Austausch innerhalb der Stelle;
    2)
    fachliche Vertretung der Beratungsstelle;
    3)
    Sorge für Zusammenarbeit mit Beratungsstellen im Einzugsbereich, insbesondere im diakonischen Bereich;
    4)
    Regelung der Arbeitszeiten im Rahmen gesetzlicher Vorschriften entsprechend den Aufgaben der Stelle;
    5)
    Mitwirkung bei Personalangelegenheiten einschließlich der Errichtung von Planstellen und der Einstellung von haupt-, neben- und ehrenamtlichen Mitarbeitern und Praktikanten;
    6)
    Mitwirkung bei der Erstellung des Haushaltsplanes für die Beratungsstelle;
    7)
    Verwendung der Mittel im Rahmen des Haushaltsplanes;
    8)
    Genehmigung von Dienstreisen der Mitarbeiter im Einzugsgebiet der Beratungsstelle;
    9)
    Urlaubsregelung und kurzfristige Dienstbefreiung für die Mitarbeiter;
    10)
    Führung des gemeinsamen Diensttagebuches der Beratungsstelle.
  7. 1 Die Leiter der Psychologischen Beratungsstellen im Bereich der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck sollen regelmäßig in fachlichen Zusammenkünften die geleistete Arbeit analysieren und Verbesserungsvorschläge erarbeiten.
    2 Vor allem soll dadurch das gemeinsame Konzept der Beratungsstellen innerhalb der Landeskirche gefördert werden.
    3 Dem dient auch die Mitwirkung bei der Einstellung von beraterischen Fachkräften. 4 Die Leiter kommen dieser Aufgabe nach, indem sie Einsicht in die Bewerbungsunterlagen nehmen, Fachgespräche führen und aufgrund dieser bei der Einstellung beraten.
  8. 1 Die in der Beratungsstelle tätigen Personen haben bei ihrer Arbeit das ihnen von den Ratsuchenden entgegengebrachte Vertrauen zu achten; nach Maßgabe gesetzlicher Bestimmungen sind sie zur Verschwiegenheit verpflichtet.
    2 Für die Auskunftserteilung in gerichtlichen Verfahren gelten die jeweiligen prozessualen Bestimmungen1#.
    3 Nur die in einer Psychologischen Beratungsstelle tätigen und an der Beratung mitwirkenden Fachkräfte sind befugt, Einblick in Unterlagen zu nehmen und an Fallbesprechungen teilzunehmen. 4 Die Beratung ist grundsätzlich unentgeltlich; die Mitarbeiter können auf die Möglichkeit einer Spende hinweisen. 5 Eingehende Spenden werden dem Haushalt der jeweiligen Beratungsstelle zugeführt.
  9. 1 Zur Begleitung und Koordinierung der Arbeit der Psychologischen Beratungsstellen bildet das Landeskirchenamt einen Beirat. 2 Zu ihm gehören:
    1)
    der zuständige Referent des Landeskirchenamtes, der zugleich Vorsitzender ist;
    2)
    je ein Vertreter der örtlichen Träger, der vom Bischof auf Vorschlag des Trägers berufen wird;
    3)
    der für die diakonische Arbeit zuständige Dekan der Kirchenkreise in der Stadt Kassel;
    4)
    der Leiter der landeskirchlichen Beratung sowie die Leiter der regionalen Psychologischen Beratungsstellen und
    5)
    ein Vertreter des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck.
    3 Vertreter verwandter Beratungseinrichtungen können als Gäste eingeladen werden.
  10. Diese Richtlinien treten am 1. April 1982 in Kraft.

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Vom Abdruck wurde abgesehen.